Badische Zeitung 18.10.2016

 

Paprika im Blut: Lisa Fitz in Staufen

Vielfach talentiert und ausgezeichnet, dazu hochproduktiv und seit rund 4ß Jahren erfolgreich auf der Bühne – die bayrische Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin Lisa Fitz ist eine der wenigen, großen Frauen in der Männerdomäne Politsatire. Jetzt war die 65-Jährige mit ihrem Soloprogramm „Weltmeisterinnen – Gewonnen wird im Kopf“ zu Gast bei der 27. Staufener Kulturwoche im ausverkauften Spiegelzelt. Wobei – sie selbst als reale Person tritt erst am Ende dieser turbulenten Show auf, stattdessen begeistert sie mit pointierten Figuren von vier ganz unterschiedlichen Powerfrauen: Kernigen Mutterwitz und Schnodderschnauze beweist Putzfrau Hilde, die zu allem eine Meinung hat und mächtig wettert gegen die Politikerbagage. Und auch Journalistin Hilde hat Paprika im Blut und zieht geistreich gegen die Verflachung der Medien, Beschwichtigungsleuchte Merkel und die alltägliche Wirtschaftsspionage per Handy und Co vom Leder, während Geheimagentin Olga kämpferische Aufklärung in Sachen amerikanischer Geostrategie an der Weltkarte betreibt. Und natürlich geht’s bei alldem auch immer wieder um Männer und Sex … Dabei sitzt jede Rolle, jede der Weltmeisterinnen beleuchtet die Lage der Nation kritisch aus ihrer ureigenen Perspektive. Etwas blass bleibt lediglich CSU-Frau Gerda, die schon an einer Trachtenburka in Weiß-Blau tüftelt. Dazwischen singt Lisa Fitz tolle Lieder an der Gitarre über Dominas oder Polizisten. Ein Abend mit Witz, Ironie und Biss, vor allem aber mit viel Charisma – ein tolles Erlebnis.

Vollständiger Artikel der Badischen Zeitung